Morning Pages (41)

Als ich ein Kind war, also eine jüngere Form von mir, die noch keine Verantwortung tragen musste, aber im Grunde nicht viel anders “funktionierte” wie ich jetzt, da konnte ich stundenlang an einer Stelle hocken und meine Gedanken auf Reisen schicken. Oft waren das seltsame Ecken, in Straßengräben, hinter Hecken, auf einem Baum, an einem Bach. Gut, so seltsam ist “auf einem Baum” jetzt nicht.

Ich finde es toll zu spüren, dass dieses kleine Kind immer noch in mir steckt. Wenn ich an eine abgelegene Stelle komme, vielleicht etwas heruntergekommen. Dann wacht mein inneres Kind auf. Jünger als meine eigenen, und doch in manchen Dingen ihnen so ähnlich. Am Bach stehen und hineinsehen. Der Strömung folgend. Muster suchend. Mit einem Stock im Wasser matschen zum Beispiel ist etwas, was uns allen sehr viel Spaß macht. Der große Unterschied: Sie haben immer (wenn sie wollen) ihre Geschwister dabei. Sie suchen nicht das Alleinsein.

Auf Arbeit haben Kollegen gestern Alleinsein (sorgt für psychische Stabilität) und Einsamkeit (macht krank) in einen Topf geworfen. Sehr seltsam, sind das doch völlig verschiedene Dinge, ja, fast Gegensätze. Hm.

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